Von Mann zu Mann

Ich bin ein Mann! – Bin ich ein Mann? Bin ich für meine Frau ein Mann? Für meine Kinder? Für meine Freunde? Und in meinem Beruf, bin ich da ein Mann? Und was bedeutet das denn eigentlich?

Wenn wir vor diesen Fragen ankommen, merken wir schnell, dass wir sie nicht allein für uns selbst befriedigend beantworten können. Es ist sinnvoll und sogar notwendig, im Kontakt mit anderen Männern, in einer Männergruppe, nach Orientierung zu suchen.

In einer Gruppe begegnen wir einander und machen in Gesprächen und den kreativen Übungen neue Erfahrungen miteinander. Wir zeigen uns und fordern uns gegenseitig eine neue Achtsamkeit ab. Indem wir uns so aufeinander einlassen, verändern wir uns. Wir werden beziehungsfähiger.

Aus einem Brief an die Gruppe

Wir werden uns an den beiden Tagen, an denen wir zusammen sind, mit der Person in uns befassen, die wir auch sind, von der aber die anderen nichts wissen. Oftmals ist es das Kind in uns, der kleine Junge, der wir einmal waren und der wir, wenn auch vor den anderen verborgen, immer noch sind.

Dieser kleine Junge in uns lebt in der Regel ein verborgenes Leben. Er hat sich versteckt. Vielleicht ist er früh geängstigt worden; oder beschämt worden; oder einfach nie wirklich zur Kenntnis genommen worden. Vielleicht hat er sich inzwischen sogar vor sich selbst versteckt und verkleidet: als großer Held oder als bedeutender Wohltäter oder als bedrohlicher Gewalttäter oder als Zauberer.

Wir wollen ihn kennenlernen. Wir wollen uns lieben lernen. Wir wollen alles tun, um ein gutes, vertrauensvolles Leben zu führen.

– Von Mann zu Mann, 2015