Kinderhausverein Afrika –
Ein Projekt der Stiftung Aham

Vor 18 Jahren ist der Kinderhausverein Afrika in Aham gegründet worden. Der Wunsch, ja der Drang, Kindern in Not zum Überleben und zu Lebensvertrauen zu verhelfen, erwuchs aus den Erfahrungen in der spirituellen Arbeit der Gemeinschaft und im ersten Kurs des Zusammen-Gehens. Wir richteten unsere Aufmerksamkeit nach Afrika, diesem Kontinent, dessen Geschichte leidvoll mit der Europas verbunden ist. Wir stießen auf Simbabwe und fanden überwältigendes Kinderelend. In diesem Land mit einer desolaten wirtschaftlichen Situation, einer Arbeitslosigkeit von etwa 85% und einer der höchsten HIV-Rate der Welt, leiden die Kinder am meisten. Ungezählt viele Kinder in Simbabwe sind Vollwaisen, die genauso wie die von der Gesellschaft stigmatisierte Aidswaisen auf der Straße leben, ohne jede Aussicht auf eine Verbesserung ihrer Lebenssituation.

Wir unterstützen drei Projekte, die von einheimischen Simbabwern gegründet und geleitet werden. Einmal im Jahr besuchen wir für zwei Wochen diese Projekte, verfolgen die Entwicklung und suchen gemeinsam mit unseren einheimischen Partnern nach Wegen, die Bedürfnisse der Kinder zu beantworten – insbesondere in den Bereichen Ernährung, Gesundheit, Kleidung und Bildung.

Die Suppenküche. Kambuzuma.

In Kambuzuma, einem Vorort der Hauptstadt Harare, werden in der Suppenküche täglich 80 bis 100 Kinder mit Nahrung versorgt. Wir bezahlen für die meisten dieser Kinder das Schulgeld, versorgen sie auch, wenn nötig, mit Kleidung, warmen Decken, Seife und anderen Artikeln, die für die körperliche Hygiene nötig sind. Bei den Mitarbeitern der Suppenküche finden diese Kinder Zuwendung und Ansprache, erfahren Schutz und Geborgenheit. Geeigneten Jugendlichen finanzieren wir die Ausbildung zum Gärtner, zur Näherin, oder ermöglichen ihnen auch die Teilnahme an Workshops im Bereich Buchführung.

Die Suppenküche wird von Catherine, Reminos, Philip und jungen Helfern geleitet, die alle ehrenamtlich tätig sind. Alfreda Chagweda und Pater Konrad Landsberg supervidieren diese Einrichtung. Mit diesen Helfern sind wir permanent in Kontakt.

Die Kinder der blinden Mütter. Epworth.

Epworth ist ein Slum außerhalb von Harare: Ärmlichste Hütten, ohne Wasser und Strom. Dort leben 22 blinde Mütter und deren 85 Kinder. Für 60 Kinder haben wir das Schulgeld übernommen; sie besuchen jetzt regelmäßig die Schule. Die Mütter erhalten von uns 14-tägig ein Lebensmittelpaket, so dass sie nicht mehr täglich, geführt von ihren Kindern, in den Straßen von Harare betteln müssen. Jeden Mittwoch treffen sich Mütter und ihre Kinder zu einem gemeinsamen Mahl. Das ist immer ein kleines Fest, bei dem gesungen, gespielt, getanzt und gelacht wird. Die Miete für das Haus, in denen sich die Blinden treffen, trägt der Kinderhaus-Verein. Jugendliche, denen wir eine Gärtnerausbildung bezahlt haben, haben inzwischen einen großen Garten angelegt. Bereits jetzt werden dort Mais, Gemüse, Kräuter und Mangos geerntet. Die beiden Nähmaschinen, die wir ebenfalls für die Jugendlichen gekauft haben, sind sehr gefragt. Einige jugendliche Mädchen sind mittlerweile in der Lage, ihre Familien durch Näharbeiten zu unterstützen. Unterrichtet werden die Jugendlichen dabei von einer der Betreuerinnen, die Näherin ist.

Alice, eine ehemalige Lehrerin, hat dieses Projekt „Ray of Vision“ gegründet und leitet es gemeinsam mit ihrem Enkel Christian und Nabeta, einem ehemaligen Straßenkind. Sie sind unsere Mitarbeiter.

Die Jugendlichen der Straße.

Tinashe und Taurai haben wir 2008 in einem Heim für Straßenkinder kennengelernt. Wir haben sie seitdem begleitet und zunächst die Schulgelder, später die Semestergebühren für ihr Studium an der Universität bezahlt. Tinashe hat Ende 2017 sein Studium erfolgreich beendet. Er ist Bachelor für Kommunalverwaltung. Tinashe ist, wie auch die drei anderen Jungen aus dem Heim, für die wir nach ihrem Schulabschluss die Kosten für eine Gärtnerausbildung bezahlt haben, auf der Suche nach einer festen Anstellung. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit ist es ein schwieriges Unterfangen. Immerhin gelingt es ihnen aufgrund ihrer guten Ausbildung zumindest zeitweise bezahlte Jobs zu finden und damit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Taurai wird sein Theologiestudium im März 2019 abschließen. Voller Stolz teilte er uns Mitte Dezember 2018 überraschend mit, dass er bereits ein Stellenangebot für eine halbe Pastorenstelle bekommen hat. Er und wir können aufatmen. Es hat sich gelohnt! Er wird für seinen Lebensunterhalt sorgen können.


So versuchen wir, den Ärmsten in ihrer Armut nahe zu sein.
Wir bitten unsere Freunde, uns dabei zu helfen.

Mitarbeiter

Die Leitung der Arbeit des Kinderhausverein Afrika liegt in den Händen von:

Jutta Kuschmider

Seit mehreren Jahren bin ich Vorstands­vorsitzende des Kinderhaus­verein Afrika. Schon als Jugendliche war es ein Lebensziel für mich, not­leidende Kinder in der Welt zu unter­stützen. Ich bin dankbar, dass dieser Wunsch durch die Arbeit für die Kinder in Simbabwe Realität geworden ist. Diese Arbeit verrichte ich auf dem Boden meiner lang­jährigen Freundschaft mit den Menschen in Aham. Aham ist für mich der Ort, an dem im alltäglichen Leben um Bewusstsein, um Liebe, um Begegnung mit Gott gerungen wird. Das ist wesentlich, gerade in unserer heutigen Zeit – und der Grund, warum ich mithelfe und mitarbeite. Gemeinsam mit Joseph leite ich den Gebetsweg: ein Weg, der uns Aufmerk­samkeit und Stille lehrt; ein Weg, der uns gleicher­maßen zu uns selbst, zum Anderen und zu Gott führt.

Christine Vornehm

Die notleidenden Kinder und Jugend­lichen in Simbabwe liegen mir besonders am Herzen. Deshalb habe ich vor ein paar Jahren das Amt der 2. Vorsitzenden dieses Vereins angenommen. Die vielen Jahre meiner Mitarbeit in Aham haben mich von Grund auf eine neue und vor allem eine lebendigere, freiere und freudigere Sichtweise auf das Leben erfahren lassen. Einher­gehend mit dieser Entwicklung habe ich mich dem Glauben neu zugewandt, wodurch sich auch meine Beziehungen und meine Lebens­weise im Alltag nachdrücklich gewandelt und vertieft haben. Zusammen mit meinem Mann Alfred helfe ich mit, dass die Stiftung Aham lebendig bleibt, sich weiter­entwickeln kann und die Menschen, die ins Offene Kloster kommen, Hilfe erfahren.