Singen, musizieren, tanzen.
Wir improvisieren!

Ich sitze in einem Raum, zusammen mit anderen. Vor mir auf dem Boden liegt ein Instrument. Meine Augen sind geschlossen. Ich spüre meinen Atem.  Es ist ganz still. Auf einmal ist da ein einzelner Ton! Er klingt, und verklingt wieder. Stille. Ich lausche. Ein neuer Ton erklingt. Und noch einer. Dann zwei gleichzeitig. Ich antworte. Und ohne nachzudenken habe ich auch einen Ton von mir gegeben. Wir musizieren!

Musik ist immer da. Und ich bin ein Instrument. Wenn ich aufhöre, etwas zu machen oder zu wollen, oder zu denken oder zu müssen, dann kommt meine Seele zum Klingen und mein Körper kommt ganz von selbst in Bewegung. Ich lasse die Musik in mir geschehen.

Musik ist Beziehung! Wenn ich musiziere, bin ich in Beziehung mit den Tönen. Wenn ich mit jemandem zusammen musiziere, trete ich in Beziehung zu ihm. Und wenn ich Musik höre und mich dazu bewege, bin ich in Beziehung mit mir selbst.

Diese Erfahrungen in der Gruppe zu machen, ist relativ einfach, wenn ich mir sage: „Alles darf sein!“. Ich springe dann einfach hinein und überlasse mich dem Fluss der Musik. Mit oder ohne Instrument, mit oder ohne Vorerfahrung, ohne Noten!

Ich improvisiere - und dann beginnt die Musik!

Worte der Teilnehmer

Plötzlich beginne ich zu singen. Es ist schon länger her, wir stehen in kleinen Gruppen eng beieinander und sollen singen; einfach so, wie es aus uns herauskommt. Aus mir kommt nichts heraus. Schon gar nicht, wenn die anderen alle zuhören. Ich schließe meine Augen. Ich nehme die einzelnen Stimmen der anderen wahr. Dann höre ich auf einmal, wie meine eigene Stimme ertönt. Ganz von selbst, kraftvoll und fließend. Ich staune. Ich höre mir selber zu und mir wird bewusst, dass alle anderen mich auch hören. Es singt weiter aus mir heraus. Es hört gar nicht auf. Die Stimme wird immer kraftvoller. Mein ganzer Leib singt. Mein Körper freut sich. Er singt. Seitdem kann ich singen.

Teilnehmer